Fassade der Kirche Santa Maria degli Scalzi am Canal Grande Portaldekoration der Kirche San Giobbe in Cannaregio das Campo del Ghetto Novo in Cannaregio


Führung durch die Stadtsechstel in Venedig: Cannaregio 1
 die Kirchen Santa Maria di Nazareth, San Giobbe und das jüdische Ghetto

 

Santa Maria di Nazareth (Scalzi): Baldassare Longhena bekam zwar den Auftrag für den Entwurf der Kirche - die Fassade wurde aber von Giuseppe Sardi entworfen, worüber Longhena sicherlich nicht glücklich war. Die Innenausstattung der Barockkirche ist genauso prachtvoll wie die von Josse Le Court und Umfeld ausgeführte Fassade. Allein das herrliche Deckenfresko Tiepolos ist nicht mehr erhalten, sondern bei einem Bombenangriff der Österreicher im ersten Weltkrieg zerstört worden.

San Giobbe: Die Franziskanerkirche des Heiligen Hiobs ist ein Juwel der Frührenaissancearchitektur. Antonio Gambello und Pietro Lombardo sind für den Entwurf verantwortlich, während die hochwertige skulpturelle Innenausstattung ausschließlich von der Lombardi-Werkstatt stammt. Die Meisterwerke der Maler Giovanni Bellini, Vittore Carpaccio und Marco Basaiti werden zwar heute aus Sicherheitsgründen in der Akademie ausgestellt, haben aber in den Tafeln von Bonifacio de Pitati und Paris Bordone würdige Platzhalter gefunden. Einzigartig für Venedig ist die Ausstattung der Martini-Kapelle in der Tradition der Werkstatt des Toskaners Luca della Robbia. San Giobbe ist eine Choruskirche.

Ghetto: Wohl seit den Wirren des Krieges gegen die Liga von Cambrai wohnten die Juden in fest in Venedig und nicht mehr in Mestre am Festland. Sie mussten in einem von der restlichen Stadt durch Mauern und Kanäle getrennten Bezirk leben, der abseits im Nordwesten der Stadt lag - dort, wo früher die Gießereien für Waffen waren. Die sich vom italienischen Verb "gettare" - Kupfer gießen ableitende Bezeichnung "Ghetto" wurde in der Folge zum Synonym für Judengebiete überhaupt. Noch heute sind die Synagogen, die sich z.T. in den für das Ghetto typischen Hochhäusern befinden, zu besichtigen.
Seit 2014 verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig in Venedig Stolpersteine, die an die vergessenen Juden der Lagunenstadt erinnern. Die quadratischen goldenen Steine sind  in den Straßenbelag vor den Wohnorten der Vertriebenen und niemals wieder Heimgekehrten eingelassen.

 

Die Führungen in die Stadtsechstel sind immer auch für Familien mit Kindern geeignet.

 

Cannaregio - das Stadtsechstel
Cannaregio 2: Sant´Alvise, Madonna dell´Orto
Cannaregio 3: Ca´ d´Oro, San Marcuola
Cannaregio 4: San Giovanni Grisostomo, SS. Apostoli, Handelskontor der Deutschen
Cannaregio 5: Santa Maria Assunta, Oratorio dei Crociferi, San Michele
Cannaregio 6: Santa Maria  dei Miracoli und San Canciano