Kirche und Kloster der Jesuiten in Cannaregio, Santa Maria dei Gesuati schlichtes Eingangsportal zum Kreuzträger Oratorium bei der Kirche Santa Maria dei Gesuati Bllick in den Kreuzgang von San Michele in Isola mit alten Grabstätten im Boden


Führung durch die Stadtsechstel in Venedig: Cannaregio 5
 die Kirchen Santa Maria Assunta und die Kapelle der
Kreuzträger - das Oratorio dei Crociferi

 

Santa Maria Assunta: 1715 beaufragten die Jesuitenmönche den Architekten Domenico Rossi mit dem Neubau der Ordenskirche, während die Fassade durch eine großzügige Spende der venezianischen Adelsfamilie Manin finanziert wurde. Wie San Pietro di Castello als Bischofskirche dem Papst unterstellt, mussten auch die gleichfalls Rom sehr nahe stehenden Jesuiten sich mit einem Bau im Randgebiet der Stadt zufrieden geben: um so prunkvoller - und dem römischen Barock näher - ist das Kircheninnere gestaltet. Jacopo Sansovino entwarf das monumentale Grabmal für die Familie Lezze, Tizians unvollendetes Spätwerk des Martyriums des Heiligen Laurentius fand hier seine endgültige Aufstellung, und Tintorettos Himmelfahrt Mariens, ein Frühwerk für die Vorgängerkirche, ist im Seitenschiff zu sehen.

Oratorio dei Crociferi: Die schlichte Kapelle des Krankenhauses, das schon im 12. Jahrhundert gegründet wurde, erhielt gegen Endes des 16. Jahrhunderts eine künstlerisch qualitativ hochwertige Ausstattung durch den Maler Palma il Giovane, der hier eines seiner Hauptwerke ausführte. In mehreren Tafeln ist die Geschichte des Ordens der Kreuzbrüder, der Gründer des Krankenhauses, geschildert, wobei - besonders reizvoll - zeitgeschichtliche Ereignisse Eingang in die bildnerische Gestaltung fanden. 

San Michele in Isola: Von den Vorgängerbauten der Michelskirche und des gleichnamigen Klosters des Kamaldulenserordens blieb nur der gotische Glockenturm erhalten, als man im 15. Jahrhundert den Neubau des Komplexes beschloss, zu dem der Baumeister Mauro Codussi hinzugezogen wurde. Wenige Jahrzehnte später ließ die Familie Emiliani durch den Baumeister Guglielmo Bergamasco (1485-1556) an die Hauptfassade angrenzend ihr Familienmausoleum errichten. Fra Mauro (gest. 1459) zeichnete seine berühmte Weltenkarte vorkolumbianischer Zeit im Kloster (heute Museo Correr).
Napoleon löste das Kloster 1810 auf und wandelte San Michele gemeinsam mit der benachbarten Insel San Cristoforo in den städtischen Friedhof um, der seit 1837 zu diesem Zweck den Einwohnern Venedigs und Muranos zur Verfügung steht. Seit 2009 wird der Friedhof nach Entwürfen des Architekten David Chipperfield erweitert.
Aber nicht nur Venezianer - unbekannte wie bekannte, z. B. Emilio Vedova - haben uf dem Friedhof  ihre letzte Ruhestätte gefunden, sondern auch Venedigliebhaber wie Igor Stravinsky.

 

Die Führungen in die Stadtsechstel sind immer auch für Familien mit Kindern geeignet.

 

Cannaregio - das Stadtsechstel
Cannaregio 1: Santa Maria di Nazareth (Scalzi), San Giobbe, Ghetto
Cannaregio 2: Sant´Alvise, Madonna dell´Orto
Cannaregio 3: Ca´ d´Oro, San Marcuola
Cannaregio 4: San Giovanni Grisostomo, SS. Apostoli, Handelskontor der Deutschen
Cannaregio 6: Santa Maria  dei Miracoli und San Canciano