zentraler Weg im venezianischen Garten Carlo Scarpas Wasserspiel mit steinernden Figuren und Papyrus reizvolle Frau aus Stein hinter Rosen verborgen

Führung durch die Gärten in Venedig
 Das geheime Grün in der steinernden Stadt

Auf den ersten Blick hin ist Venedig eine Stadt ohne Grün. Tatsächlich muss sich ein Venezianer heute mit 1,5 m² öffentlichem Garten begnügen - das ist herzlich wenig in Vergleich zu Städten wie London (bis zu 40 m²) oder Stockholm (bis zu 120 m²). Heute gibt es immerhin öffentliche Gärten, in denen die Kinder spielen, die Senioren sich erholen können - was es zur Zeit der Seerepublik Venedig nicht gab. Das allerdings heißt nicht, dass in Venedig keine Gärten existieren oder existierten: von 1600 - 1800 war Venedig die Königin der Gärten, hatte sie allein doch so viele botanische Gärten aufzuweisen wie ganz Italien zusammen. Und nicht alle Gärten der Lagunenstadt waren botanische Gärten... Die Gärten der reichen venezianischen Patrizier waren sehr teuer in Anlage und Unterhalt - und darum waren sie der öffentlichkeit natürlich nicht zugänglich, höchst exklusiv dienten sie den Vergnügungen der Reichen, die durch nichts - nicht einmal durch Blicke - gestört werden wollten und darum ihre Gärten mit meterhohen Mauern umgaben. Schon damals gehörten diese erlesenen Orte zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Lagunenstadt.

Heute gibt es in Venedig bei weitem nicht mehr so viele Gärten wie noch vor 200 Jahren - viele der Klostergärten, der botanischen Gärten, der privaten Palastgärten sind heute verschwunden. Einige "Gartenperlen" jedoch gibt es heute noch, versteckt vor den Blicken Neugieriger hinter hohen Mauern - für viele ist eine Besichtigung eines venezianischen Gartens eine ganz neue Erfahrung und ein besonderer Tipp für einen Venedig Ausflug. Findet in Venedig die Biennale statt, kann man nicht nur im Rahmen der Besichtigung dieser Ausstellung auch die Gärten, Giardini, in Castello besuchen, sondern findet hin und wieder Gärten, die normalerweise dem Fremden nicht zugänglich sind.

Gärten gibt es auch in der Wasserwelt der  Lagune. Zur Zeit der Republik gab es viele Klosteranlagen auf den Inseln der Lagune, einige haben noch heute ihre Gärten erhalten. Vor wenigen Jahren wurde ein Weinberg auf der Insel Mazzorbo neu angelegt.

 

"Geheimes Grün", (PDF), 28. Mai 2014, T. Arnu, Süddeutsche Zeitung

Die Eintritte in die Gärten sind unterschiedlich: die großen Hotels freuen sich über einen Stopp in der hauseigenen Bar, Privatleute berechnen zwischen 5 und 15 € pro Person.