Andrea Palladio in Venedig: die Kirche San Pietro di Castello - alter Bischofssitz Andrea Palladio in Venedig: die Fassade der Kirche San Francesco della Vigna
  

Führung Andrea Palladio in Venedig
 Andrea Palladio und Venedig: eine komplizierte Beziehung

Als Andrea Palladio 1558 seinen Entwurf für den Neubau der Bischofskirche San Pietro di Castello vorlegte, war er ein anerkannter und renommierter Architekt - aber es war ihm noch nicht gelungen, auf der venezianischen Architekturszene Fuß zu fassen. Das hatte zwei wichtige Gründe: zum einen standen Palladios Architekturauffassungen hinsichtlich des Palastbaus konträr der konservativen venezianischen Bautradition gegenüber, zum anderen hielt der zwar schon alternde, aber immer noch aktive Toskaner Jacopo Sansovino das Zepter im Reich der venezianischen Baukunst fest in der Hand. Erst als Sansovinos Stern zu sinken begann, konnte Palladios Stunde schlagen: zwischen 1558 und 1580, seinem Todesjahr, entstanden die richtungsweisenden Entwürfe für die Kirchen und/oder Klosteranlagen von Santa Maria della Caritá, San Giorgio Maggiore, San Francesco della Vigna, Redentore, Santa Lucia und Santa Maria della Presentazione (genannt: Le Zitelle). Und auch am Wiederaufbau des Dogenpalastes nach dem großen Brand von 1574 war Palladio beteiligt. Inwieweit der große Baumeister beim Palazzo Grimani involviert war, ist bei heute noch nicht geklärt.