Ansicht der Insel des Neuen Lazarettes der Pestarzt mit Umhang, Maske und Hut Dankprozession nach dem Ende der Pest


Führung die Pest in Venedig
 der Schwarze Tod in der Lagune - eine Jahrhunderte lange Geißel

1347 brach in Venedig das erste mal die Pest aus - und von 120.000 Einwohnern überlebten 50.000. Der schwarze Tod wütete nicht nur in der Lagunenstadt, sondern griff von Venedig auf Italien und schließlich ganz Europa über. Die Venezianer versuchten sich auf alle erdenklichen Weisen vor der fürchterlichen Krankheit zu schützen: Ärzte mussten die Stadt kontrollieren, die Kranken ausfindig machen, welche dann aus der Stadt geschafft wurden. Bezahlte Handlanger holten die Toten aus den Häusern. Heilige schützen die Stadt - und selbst mit Jesus und der Gottesmutter handelten die Venezianer: geht die Pest vorbei, dann baut Venedig dem Gottessohn oder der Gottesmutter eine Kirche. Und so schafften es die Venezianer als erste Europäer, die Pest im frühen 17. Jahrhundert gut 100 Jahre früher als anderswo auf Dauer los zu werden.

 Vieles erinnert auch heute noch in Venedig an diese dunkle, erbarmungslose Zeit, die Spuren der Krankheit sind allerorten präsent: Paläste, Kirchen und Museen berichten mit ihren Bildern, Figuren und anderen Objekten, wie nachgiebig diese Krankheit über Jahrhunderte das Leben in der Lagunenstadt bestimmt hat. Selbst einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt stehen im Zusammenhang mit der Seuche: die Kirchen Santa Maria della Salute oder die Erlöserkirche, il Redentore, die Scuola Grande di San Rocco oder Kapitelle des Dogenpalastes legen davon beredetes Zeugnis ab. 

Gut zwei Zeitstunden müssen eingeplant werden, soll auch die Insel besucht werden, auf der in der Lagune ankommende Seefahrer/innen verweilen mussten, bevor sie die Stadt betreten durften: Lazzaretto Nuovo.