Mit dem Dogenpalast als politischem Zentrum und San Marco als religiösem Zentrum bildet in Venedig das Rialto Gebiet als wirtschaftliches Zentrum die Herrschaftstrias der Serenissima. Das Gebiet an den "hohen Ufern" (Rivus altus) befindet sich an der strategisch wichtigen engsten Stelle des Canal Grande, an die schon im 11. Jahrhundert der Markt verlegt wurde. Mit aufblühendem Handel wurde der venezianische Markt immer bedeutender, es entstanden Magazine, Geschäftshäuser, Kirchen und natürlich eine Brücke, um den Warenfluss von dem einen Ufer auf das andere zu erleichtern. Schon zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtete die Stadt für die äußerst wichtigen deutschen Handelspartner ein eigenes Handelshaus, den "Fondaco dei Tedeschi". Auch die Verwaltungsinstanzen, die mit dem Handel zu tun haben, wurden hier mit eigenen Gebäuden angesiedelt. Fast alles das wird durch den verheerenden Brand von 1514, der das gesamte Rialto Gebiet in Mitleidenschaft zog, zerstört. Der Architekt Antonio Abbondio genannt Scarpagnino wird daraufhin beauftragt, ein neues und einheitlichen Konzept zu erarbeiten, nach dem das Rialtogebiet wieder neu entstand.