Palazzo Grassi - heute Sitz der Sammlung Pinault Campo San Samuele mit gleichnamiger Kirche und Glockenturm Fassade des Palazzo Maliepiero zum Canal Grande mit Rosengarten


Führung durch die Stadtsechstel in Venedig: San Marco 7
Der Palazzo Grassi und die Kirchen San Samuele und San Vidal
 

Palazzo Grassi:  Im 18. Jahrhundert ist Venedig politisch und wirtschaftlich für Europa  unbedeutend geworden. Der unermessliche Reichtum verschwand aus der Stadt - und so waren nur kaum noch Gelder für den Neubau einer Kirche oder eines Palastes vorhanden. Die aus Chioggia stammende Grassi-Familie gehörte zu den wenigen noch finanzkräftigen Familien Venedigs, was sie mit dem Neubau eines der zugleich auch noch größten Paläste an Venedigs Prachtstraße, dem Canal grande, alles andere als bescheiden zum Ausdruck bringt. Giorgio Massari, der Hauptbaumeister des venezianischen Rokoko, entwarf diesen Palast, der einen für Venedig untypischen Grundriss hat: er ist wie ein römisches Atriumshaus um einen Innenhof konzipiert - die Grassi waren offensichtlich dem Papst in Rom wohlgesonnen. Der Palast hat eine sehr wechselreiche Geschichte hinter sich, zuletzt hat ihn der französische Industriemagnat Francois Pinault von Giovanni Agnelli gekauft und ihn vom japanischen Architekten Taddao Ando überarbeiten lassen. Heute ist der Palazzo Grassi Sitz eines bedeutenden Museums für zeitgenössische Kunst in Venedig. Im Frühsommer 2013 wurde das Teatrino Grassi eingeweiht, das nach Entwürfen von Taddao Ando erstellt wurde.

San Samuele: Die kleine Kirche, die dem alttestamentarischen Samuel geweiht ist, verschwindet fast neben den beiden großen Nachbargebäuden: dem Palazzo Grassi zur linken und dem Palazzo Malipiero zur rechten Seite. San Samuele stellt eines der wenigen erhaltenen Beispiele einer mittelalterlichen venezianischen Kirche dar, die noch den Vorbau vor der Kirche erhalten hat, der karitativen Zwecken diente. Neben bemerkenswerten Arbeiten der venezianischen Rokokomalerei, ist in der Kirche ein Freskenzyklus aus dem 15. Jahrhundert erhalten - eine Rarität für die Lagunenstadt.

San Vidal: Andrea Tirali entwarf im 18. Jahrhundert die Fassade der Kirche des Heiligen Vitale. Im Inneren der reizvollen und sehr harmonischen einschiffigen Kirche werden Werke gleich mehrere Meister der venezianischen Kunstgeschichte aufbewahrt: Vittore Carpaccio, Sebastiano Ricci, Gianantonio Pellegrini und Giambattista Piazzetta. Besonders hervorzuheben ist eine Tafel der Piazzetta-Schülerin Giulia Lama, einer der wenigen Frauen der europäischen und venezianischen Kunstgeschichte, die es geschafft hat, sich in der männerdominanten Welt der europäischen Malerei einen eigenen Namen zu machen.
 

San Marco 1: Markusplatz mit Markuskirche
San Marco 2: Dogenpalast
San Marco 3: Museo Correr, Museo archeologico, Libreria
San Marco 4: Uhrenturm (Torre dell´Orologio), Glockenturm, San Giuliano
San Marco 5: San Moise, Santa Maria del Giglio, Santo Stefano und La Fenice
San Marco 6: San Salvador, Palazzo Fortuny, Palazzo Contarini del Bovolo
San Marco 7: Palazzo Grassi, San Samuele, San Vidal
San Marco 8: San Giorgio Maggiore

Die Führungen in die Stadtsechstel sind immer auch für Familien mit Kindern geeignet.