"Scuole", wörtlich "Schulen", waren Laienverbände, die es seit dem 13. Jahrhundert in Venedig gab. Ihre Mitglieder hatten immer einen gemeinsamen Nenner: sie hatten den gleichen Beruf, gehörten der gleichen Konfession an oder kamen aus dem selben Land. Wichtig war, dass das soziale Engagement im Vordergrund stand: die gegenseitige Hilfe, die bei den Adeligen durch den Familienverband gesichert war, wurde in allen anderen Schichten der venezianischen Gesellschaft durch die Zugehörigkeit zu einer "Scuola" gewährleistet. Das erklärt die maßgebende Bedeutung, die diese Laienverbände über die Jahrhunderte hinweg für die Struktur und das Funktionieren der venezianischen Gesellschaft hatten.
Besondere Aufmerksamkeit wurde den Versammlungsorten verliehen, deren Bandbreite vom schlichten Seitenaltar einer Kirche bis zum prunkvollen Bau reichte, der von bedeutenden Architekten entworfen und mit höchst wertvollen Bildwerken ausgestattet sein konnte. Vor allem die sogenannten "großen Schulen" (scuole grandi, ausschließlich religiöse Laienverbände) begannen im Laufe der Zeit miteinander zu wetteifern und immer mehr Geld in ihre Versammlungsgebäude zu investieren, um sie noch kostbarer zu gestalten.
Folgende Scuole gibt es auch heute noch und sind zu besichtigen: Scuola grande di San Marco, Scuola grande di San Giovanni Evangelista, Scuola grande di San Rocco, Scuola grande della Carità, Scuola grande dei Carmini, Scuola degli Schiavoni.