San Giovanni della Bragora, Taufkirche Vivaldis

San Giovanni della Bragora, Taufkirche Vivaldis

Bestandteile in Holz einer Geige

Geigenbausatz im Museum in San Maurizio

Gabriele Bella, La cantata delle putte delli ospedali, ca. 1720, Querini Stampalia

Gabriele Bella, Konzert der "Putten", P. Querini ca. 1720

Führung zu den Stätten der Musik in Venedig

Claudio Monteverdi, Barbara Strozzi, Antonio Vivaldi, Giuseppe Verdi, Richard Wagner und anderes

 virtuelle Führungen in Livestream/Videokonferenz möglich 

 

Kaum eine andere Stadt hatte im Laufe der Jahrhunderte eine engere Beziehung zur Musik als Venedig. So wird berichtet, dass es schon im 9. Jahrhundert am Hof des Kaisers Ludwig des Frommen in Aachen eine venezianische Orgel gab, die Georgius Veneticus gebaut hatte.

Im frühen 16. Jahrhundert sind die Aufführungen in der Markuskirche auf grund ihrer einzigartigen Mehrchörigkeit im Chorgesang und der Doppelorgeligkeit international bekannt. Die Noten dafür wurden ab 1490 von Ottaviano Petrucci - man kann ihn durchaus als ersten Musikverleger bezeichnen - gedruckt. Venedig war dazumal das wichtigste Buchdruckzentrum Europas war, zu Petrucci gesellte sich u.a. Antonio Gardano

Claudio Monteverdi (1567-1643) war einer der berühmtesten Chorkapellmeister der Staatskirche. Der deutsche Komponist Heinrich Schütz (1585-1672), ein Schüler Giovanni Gabriellis (1557-1612) und einer der wichtigsten Komponisten deutscher Barockmusik, war der bedeutendste Vermittler venezianischer Musikkultur in Deutschland. In dieser Zeit organisierten sich die Musiker Venedigs in einem Verband, der Scuola di Santa Cecilia (1685), die ihren Sitz in der Kirche San Martino hatte.

Im 18. Jahrhundert dann ist Venedig in musikalischer Hinsicht die Stadt der Superlative: die Geigenbauer der Stadt haben das berühmte Cremona überflügelt. 7 stehende Opernhäuser und Theater werden von den emsig tätigen Komponisten mit immer wieder neuen Stücken versorgt: hunderte von Opern entstehen in diesen Jahren - allein Antonio Vivaldi schrieb 94.

Nicht nur Wagner, sondern die meisten der bedeutenden Komponisten des 19. Jahrhunderts ließen ihre Stücke in Venedig uraufführen: wurden sie vom venezianischen Publikum angenommen, war der Erfolg garantiert. Das herrliche "Gran Teatro La Fenice" vermittelt einen einzigartigen Eindruck des typischen venezianischen Opernhauses ....

Große venezianische Namen der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts sind Luigi Nono, Giuseppe Francesco Malipiero, Bruno Maderna oder Giuseppe Sinopoli.

 

Venedig kann auf den Spuren einzelner Künstler/innen - z.b. Barbara StrozziVivaldi oder Wagner - erkundet werden: Wo ist Vivaldi geboren, wo Wagner gestorben, wo musizierte die erstaunliche Barbara Strozzi, wo lebten, arbeiteten diese Komponisten, wo erlebten sie amouröse Abenteuer? Wo überhaupt wurde musiziert? Und woher kamen die Instrumente?

Die kleinen, aber höchst feinen Museen zu Musikinstrumenten - das "Museo della Musica" in den Kirchen San Maurzio und San Giacometto wie auch das Musikinstrumentemuseum im Palazzo Pisano - gehören zu den eher unbekannten Museen in Venedig, sind aber eine der besonderen Sehenswürdigkeiten in Venedig, die sich ein Musikliebhaber nicht entgehen lassen sollte: Sie geben einen ausgezeichneten Überblick über die ungewöhnlich große Vielzahl der Instrumente, die in venezianischen Orchestren gespielt - und zum Teil, wie die Geigen und die Orgeln, auch gebaut - wurden. Im Palazzo Pisani ist heute das Musikkonservatorium Benedetto Marcello untergebracht, dessen Leiter nur mit 27 Jahren der Deutschvenezianer Ermanno Wolf Ferrari wurde.

 

Paolo Zanarello, "pianista fuori posto"
Canal Grande, Venezia 16.5.2020

Stadtsechstel Venedig
Stadtsechstel Venedig