die Markuskirche von Venedig Alvaro Siza - moderne Architektur auf der Giudecca

Führung Architektur in Venedig
 Architektur und Architekten in den Jahrhunderten der Seerepublik

Venedig hatte nicht viel Platz, um zu bauen: gerade mal 7 x 5 km standen als Baugrund zur Verfügung. Weltweit gibt es keine andere Stadt, die eine so hohe Konzentration an historisch bedeutender Bausubstanz hat wie Venedig. Bei den Architekturführungen stehen die GROSSEN STILEPOCHEN DER BAUKUNST im Brennpunkt des Interesses. Die wichtigsten Bauten der jeweiligen Epoche werden außen und soweit möglich im Inneren besichtigt. Die Führungen sind so gestaltet, dass sie in den einzelnen Stadtsechsteln stattfinden und dass die wichtigsten Sehenwürdigkeiten der einzelnen Epochen besucht werden
. Darüber hinaus ist es möglich, Venedigs Architektur auf den Spuren der GROSSEN ARCHITEKTEN zu erkunden: die Namen, die hier genannt werden müssen - Filippo Calendario, Pietro und Tullio Lombardo, Mauro Codussi (Coducci), Jacopo Sansovino, Andrea Palladio, Baldassare Longhena, Giorgio  Massari -  sind vielmals außerhalb der Lagunenstadt unbekannt. Diese großen Baumeister hatten es nicht - wie sonst im Mittelalter und in der frühen Neuzeit - nötig, auf der Suche nach Aufträgen durch´s Land zu ziehen: der unermessliche Reichtum der kleinen Lagunenstadt bot ihnen über Jahrhunderte einen reichen Arbeitsmarkt.

Von Bauten der Frühzeit (frühes 9. Jh - Mitte 11. Jh)  hat nichts die Jahrhunderte überdauert.
Die ältesten Häuser, die es heute in Venedig gibt, stammen aus der Romanik, aus dem 11. Jahrhundert, z.b. die Markuskirche.
 Es war aber die Gotik, die von allen Architekturepochen in Venedig am nachhaltigsten die Bauten der Stadt beeinflusste, kam sie doch dem typisch venezianischen "filigranen" Bautyp, der nicht zuletzt durch den besonders instabilen Baugrund bestimmt war,  besonders entgegen. Die gotische Zeit - also das 13. - 15. Jahrhundert - fallen zudem zeitliche mit der wirtschaftlichen Hochblüte Venedigs zusammen. Bauten wie der Dogenpalast oder die großen Ordenskirchen werden baulichen Synonymen für Venedigs politische und wirtschaftliche Größe.

Die Renaissance hatte es dem gegenüber nicht leicht, in Venedig Fuß zu fassen: waren doch die Venezianer große Traditionalisten, die gerne am guten, alten überkommenen festhielten - und das war die gotische Kunst. Erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts konnte sich die damals schon in Zentralitalien moderne Renaissancekunst in der Lagunenstadt durchsetzen. Pietro Lombardo, Antonio Gambello und vor allem Mauro Codussi sind es, die in der Architektur den neuen Baustil in Venedig einführen. Im 16. Jahrhundert dann ist es vor allem der aus Rom kommende Jacopo Sansovino, der die Architekturszene maßgeblich beeinflusste. Andrea Palladio hingegen hatte es schwer, sich in der Lagunenstadt - ganz anders als bei den Villen im venezianischen Hinterland - zu bewähren.

Baldassare Longhena
ist der Architekt, der im Venedig des frühen 17. Jahrhunderts die neue Kunst des Barocks hoffähig machte: von 1631 stammt der Entwurf für die Salute Kirche. Dass in Venedig der Barock im Vergleich zu seinem "Geburtsort" Rom erst relativ spät begann, hat seine Gründe u.a. in den hochgradig schwierigen Beziehungen, die zu Beginn des Jahrhunderts zwischen der römischen Kirche und der Serenissima bestanden. Andere Architekten wie Giuseppe Sardi oder Antonio Gaspari hatten es schwer, sich neben Longhena zu behaupten, auch gelang es keinem, eine Alternative zum Schaffen Longhenas zu bieten. Der Barock enstand in Venedig in der Zeit des wirtschaftlichen Niederganges. Ist in dieser Zeit ist die Zahl an Kirchen und Palästen, die neu gebaut werden, schon geringer im Vergleich zur Renaissance und vor allem zur Gotik.
Das Rokoko zeigt demgegenüber in Venedig so gut wie keine Bautätigkeiten was Großprojekte anbelangt. Ein einziger Palast wurde errichtet, der Palazzo Grassi, und zwar nach Entwürfen des Architekten Giorgio Massari.  Massasri führte fast gleichzeitig Longhenas Großprojekt der Ca´Rezzonico am Canal Grande zu Ende führt, was überhaupt ein Charakteristikum der Baukunst dieser Zeit ist: Renovieren, überarbeiten, aber kaum noch Neubauten. Das Ende der Republik brachte auch das Ende bedeutender Bautätigkeit in der Lagunenstadt.

Der Architektur des 20. Jahrhunderts ist ein eigenes Kapitel gewidmet: moderne und zeitgenössische Architektur in der Lagune. Ebenso der im Zweijahresrhythmus stattfindenden Architektur Biennale.

Mauro Codussi (PDF)
Baldassare Longhena (PDF)